Einführung | Die Mendelssohns | Wissenschaft | Ausstellung | Veranstaltungen | Projekte | Mendelssohn-Gesellschaft | Kontakt | Downloads | Impressum | Übersicht | mendelssohn.berlin

Startseite deutsch .  englisch
Die Mendelssohns | 2. Generation | 3. Generation | 4. Generation | "Drittes Reich" | Wiederentdeckung | Verantwortung | Kranich | Stammtafel
Portrait eines Verwandten, wahrscheinlich Dr. Arnold Mendelssohn (1817 - 1854). Ölgemälde von Philipp Veit.
3. Generation

Rebellen und Reaktionäre

Die Mendelssohns der dritten Generation sind als Juden oder Christen in anerkannten Positionen angekommen. Dabei geht das politische Spektrum der Cousins und Cousinen weit auseinander. Die bereits 1816 getauften vier Kinder des Abraham, der mit seinem Übertritt 1822 den Namenszusatz Bartholdy angenommen hatte, verstehen sich selbst als loyale preußische Untertanen, zur evangelischen Staatsreligion gehörig; liberale Sympathien zeigen die beiden eng miteinander verbundenen Komponisten, Fanny Hensel (1805 - 1847) und ihr Bruder Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 - 1847), der international gefeierte Star der Familie. Deren Bruder Paul (1812 - 1874) und dessen Cousin Alexander (1798 - 1871), die Bankiers, agieren berufsbedingt eher konservativ, während sich Rebecka Dirichlet, geb. Mendelssohn Bartholdy (1811 - 1858), aktiv für die Demokraten einsetzt. Arnold Mendelssohn (1817 - 1854) gehört sogar zum Lager der extremen Linken und stirbt nach seiner Haftentlassung in der orientalischen Verbannung. Monarchistisch bis reaktionär entwickeln sich die politischen Haltungen des Malers Philipp Veit (1793 - 1877), eines Sohnes von Dorothea Schlegel, des Berliner Hofmalers Wilhelm Hensel (1794 - 1861), der Fanny Mendelssohn Bartholdy geheiratet hatte, sowie die Äußerungen des Geographie-Professors Georg Benjamin Mendelssohn (1794 - 1874). Pluralistisch in ihren Überzeugungen bietet die dritte Generation ein Spiegelbild der Gesellschaft, mit der sie sich identifiziert.